Jetzt geht’s los – oder zumindest bald

03. August 2014

Es ist bereits anfangs August und wir haben es wenigstens schon mal bis nach Rie-Hen geschafft. Was sich nach einer kleinen südchinesischen Stadt anhört, ist in Wirklichkeit Riehen, ein Dorf neben Basel.

 

Da wir seit dem 1. August quasi obdachlos sind, fristen wir die letzten Tage in der Heimat in der schmucken Wohnung von Herbert und Jutta S. (*Namen der Redaktion bekannt und ihreszeichen Eltern von Dominik). Die Aussicht auf den Tüllinger Hügel ist einmalig.

 

In den vergangenen Tagen war der Muskelkater unser steter Begleiter. Doch die schier nicht mehr enden wollende Züglerei hat nun endlich ein Ende. Unser gesamtes Hab und Gut ist in Schachteln verpackt oder feinsäuberlich in Einzelteile zerlegt und rund 15 Meter tief unter der Erde eingelagert. Der Lagerraum ist zum bersten voll. Die Kartons stapeln sich bis dicht unter die Decke.

 

Nachdem nun die gesamte hiesige Nachbarschaft mitbekommen hat, dass wir umziehen bzw. unseren Haushalt auflösen (wir wurden öfters darauf angesprochen), können wir uns nun wieder mental auf unser eigentliches Vorhaben - die Weltreise - einstellen.

 

Doch allem Anschein nach müssen wir unsere geplante Reiseroute bereits das erste Mal anpassen. Das Wetter in Yunnan im Süden Chinas ist seit Wochen grotten schlecht. Es regnet so stark, wie seit den 70er Jahren nicht mehr. An ein problemloses Vorwärtskommen ist unter diesen Umständen nicht zu denken. Ein Glück haben wir noch keinen Flug gebucht. Vietnam scheint uns eine spannende Alternative zu sein. Dort wollen wir sowieso schon immer mal hin. 


Frühbuchen ist nur etwas für Warmduscher

13. August 2014

Es war noch nie unser Ding eine Reise bereits weit im Voraus zu planen. Doch für unsere grosse Reise hatten wir es uns eigentlich fest vorgenommen, nicht erst Last-Minute einen Flug zu buchen. Doch wie so oft kommt alles anders als man denkt. Der ganze Zügelstress, das Erdbeben in Südchina und die daher rührende Ungewissheit, wo wir unsere Reise starten sollen, haben dazu geführt, dass wir es bei bestem Willen

nicht hinbekommen haben unseren ersten Flug unter Dach und Fach zu bringen. In einer Nacht-und-Nebelaktion schaffen wir es dann aber endlich doch noch, drei Tage vor Abreise unseren ersten Flug zu buchen. Vietnam wir kommen, setzt schon mal die Reishüte auf.


Stehen da etwa zwei Schildkröten im Wohnzimmer?!?

15. August 2014

Die Auswahl des für uns optimalen Gepäcks hat sich als eine wahre Herkulesaufgabe erwiesen. Nach dem dritten Anlauf bzw. Besuch des Outdoorladens unseres Vertrauens und rund einwöchiger Entscheidungsfindung haben wir uns dann für folgende Gepäckstücke entschieden:

 

1 x Reisetaschen-Trolley von Osprey mit 55 Litern (inkl. Rucksackfunktion)

1 x Reisetaschen-Trolley von Osprey mit 80 Litern (inkl. Rucksackfunktion)

 

An dieser Stelle muss noch betont werden, dass es sich bei der Auswahl des Gepäcks für eine Weltreise um einen Entscheid mit enorm hoher Tragweite handelt. Ein voreiliger Schnellschuss ist völlig unangebracht.

 

Nach reiflicher Überlegung, was wir auf die Reise mitnehmen und nach mehrstündiger Unterhosendiskussion (wie viele Unterhosen braucht man, um zu überleben) stand das Reisegepäck fest. Fest steht auch, es ist verdammt viel Ware, die wir da mitzuschleppen gedenken. Aber schliesslich sollte man für alle Eventualitäten gewappnet sein. Dafür kann es uns jetzt auch in die Antarktis verschlagen – wir sind auf alles vorbereitet.

 

Jetzt muss nur noch alles in unsere neuen Reisetaschen verstaut werden. Da kommt es uns sehr zu Gute, dass wir im Zeitalter von Gameboy und Tetris gross geworden sind. Alle Reiseutensilien passen exakt ineinander ohne ein bisschen Luft dazwischen. In unseren Gepäckstücken herrscht absolutes Vakuum. Von der Seite betrachtet, sehen sie aus, wie zwei überfressene Schildkröten. Und auch vom Gewicht her kommen Sie auf gefühlte zwei Tonnen. Aber immerhin ist mit der Gepäckauswahl ein weiterer wichtiger Meilenstein geschafft.

 

Evelyn zelebriert während vier Abenden in Folge das sogenannte „Ein-und-wieder-Auspackritual". Hierbei wird der Koffer zuerst vollständig gepackt, damit er im Anschluss wieder komplett ausgeräumt werden kann. Was das bringen soll, weiss niemand so genau. Auf jeden Fall ist die Eigentümerin unseres neuen Obdachs (Evelyns Mutter) sichtlich erleichtert, dass sich die Berge an Ware in ihrem Wohnzimmer langsam lichten und der Normalzustand wieder einkehrt. Da wir während des Umzugs nicht daran gedacht haben für die Reise zu packen, mussten wir Kistenweise Kleider und Sonstiges nochmals aus dem Endlager ausgraben und in unser Zwischendomizil verfrachten.