Ni sa mode - Goodbye Bulas – Hello Kiwis

10. November 2014

Nach knapp vier Wochen Fiji beginnt heute wieder ein neuer Reiseabschnitt. Wir brechen auf ins Land der Kiwis, wie sich die Neuseeländer selbst gerne nennen und auch der komische Vogel ohne Flügel genannt wird. Zumindest bis zum Check-in-Schalter von Air New Zealand gibt es daran noch nichts zu rütteln. Zunächst läuft noch alles wie geschmiert. Die Stimmung ist blendend, wir sind total entspannt und freuen uns auf den Flug. Aber dann auf einmal kommt das böse Erwachen. Die Dame am Schalter weigert sich uns die Bordkarten auszustellen und verweist auf die fehlenden Dokumente.

Was uns nicht bewusst war: Für die Einreise in Neuseeland benötigt man einen bereits gebuchten Ausreiseflug. Noch eine Stunde bis zum Abflug und jetzt diese Hiobsbotschaft. Wir stehen ziemlich blöd und überrumpelt da und stehen vor der Aufgabe unverzüglich einen Flug zu buchen. Der günstigste One-Way Flug geht am 21. Januar 2015 nach Sydney. Obwohl wir dieses Flugzeug niemals von innen sehen werden, buchen wir zähneknirschend den Alibiflug. Schade für das liebe Geld aber immer noch besser als den Flug nach Auckland zu verpassen.

Vier Stunden von Turbulenzen gezeichnetem Achterbahn-Flug später sind wir zurück in der Zivilisation. Nach insgesamt drei Monaten Asien und Fiji kommt uns die akribische Arbeitsweise bei der Einreisekontrolle zunächst gewöhnungsbedürftig aber doch vertraut vor. Es fühlt sich an wie nach Hause zu kommen. Hier sind wir zwei von vielen und geniessen unbehelligtes Dasein. Kein „Hello Sir, Mister, Boss oder Mom“ mehr. Wir fallen auch gar nicht mehr als Ausländer auf - zumindest so lange bis sich der Schweizer Akzent bemerkbar macht.


Auf die Wasser-Kur folgt die ersehnte Lammfleisch-Kur. Bereits auf Fiji haben wir sie vor lauter Vorfreude vor dem Einschlafen gezählt und schon bald liegen sie vor uns auf dem Teller. Jetzt geht es den armen Schäfchen an den Kragen und endlich drohen auch keine Thunfisch-Konserven mehr serviert zu werden. Da es aber doppelt so viele Schafe wie Einwohner gibt, sollte diese Spezies vor der Ausrottung gefeit sein.



Wohnen auf vier Rädern

11. November 2014

Unser Zuhause für die nächsten fünf Wochen ist ein mit sage und schreibe 358'000 Kilometern auf dem Tacho warmgelaufener Toyota Hiace mit einem nicht zu bändigendem Durst auf Diesel. Unser Tourbus bietet auf knapp viereinhalb Quadratmetern mehr als so manches Hotel: Wohn-, Schlaf- und Esszimmer sowie Küche mit Kühlschrank, Dusche und privater Gemeinschafts-Toilette – alles unter einem Metalldach und auf vier mit Reifenschwärzer beschmierten Rädern. Ja sogar an einen Mini-DVD-Player für die Nerds unter den Reisenden wurde gedacht. Was wir hingegen nicht vermissen, ist das alle paar Sekunden piepsende Taximeter.

Unser Camper, ist ein umgebauter kleiner Mini-Bus, der Platz für maximal zwei Personen bietet. Rechnet man unser Gepäck aufgrund der nicht zu verachtenden Masse ebenfalls als Personen mit dazu, sind wir zu viert unterwegs. Platz haben wir somit etwa gleich viel bzw. gleich wenig, wie einer chinesischen Grossstadt-Familie zur Verfügung steht.

 

Mit der Anmietung des Campers geht ein weiterer grosser Traum in Erfüllung. Einfach durch die Weltgeschichte fahren und dort Halt machen und übernachten, wo es uns beliebt. Das Freiheitsgefühl steigert sich ins unermessliche.



...die ersten Impressionen aus Neuseeland - ab in die Bildergalerie...


Logbucheintrag 1 – die Tour de Kiwi beginnt

12. November 2014

Ausgangspunkt unseres Roadtrips ist das auf der Nordinsel gelegene Auckland, das grösste Ballungszentrum von Neuseeland mit 1,3 Millionen Einwohnern, was rund einem Drittel der ganzen Kiwi-Bevölkerung entspricht. Nach der letzten Nacht in einem Hotelbett für die nächsten Wochen beginnt heute das grosse Camping-Abenteuer. Doch bevor die Tour beginnt, kommt zuerst, auf was sich Evelyn seit Wochen so fest freut, dass sie nachts sogar davon geträumt hat: Shopping im Schlaraffenland. Nach so langer Lebensmittel-Shopping-Abstinenz bieten die hiesigen Läden ein wahres Einkaufs-Eldorado. Die Regale im Supermarkt sind prall gefüllt.

Fleisch en masse, Käse und Gemüse - einfach alles ist in Hülle und Fülle vorhanden. Da geraten die wenigen noch vorhandenen Minipic im Gepäck schon fast schon in Vergessenheit. Was wir ebenfalls sehr zu schätzen wissen, sind die Preisschilder auf den Waren mit fixen Preisen, die sowohl für Einheimische und sogar auch für Touristen gelten. Der Nachteil an der Sache ist, dass sich die Preise im Schnitt nahezu auf Schweizer-Niveau befinden. Nach Asien und Fiji ein mittelgrosser Schock. Besonders das Raucherherz blutet bei den horrenden Tabakpreisen. Selbstgedrehte Zigaretten sind unser Kompromiss, diesem Umstand entgegen zu wirken.

Nach drei Monaten Restaurant-Essen können wir die Zeit der Selbstversorgung kaum mehr erwarten. Es mag komisch klingen, aber nach so langer Zeit jeden Tag die teilweise Bibel-dicken, abgegriffenen und speckigen Menü-Karten zu wälzen, tut es gut wieder einmal einen Supermarkt in dieser Klasse von innen zu sehen und ihn mit vollen Einkaufstüten zu verlassen.

Der Kühlschrank und die Vorratskammer sind prall gefüllt – was bei dem knappen Stauraum zwar auch keine grosse Hexerei ist – und auch ein kleiner Holzkohle-Grill findet noch eine freie Lücke. Das Einkaufsverlangen ist fürs erste gestillt. Jetzt kann es losgehen. Unser Drei-Liter Japaner hat ordentlich Dampf unter der Haube. Zuerst geht es Land aufwärts in Richtung Northern Island. Die Landschaft ist umwerfend und geprägt von vielen grasüberzogenen Hügeln. Fichtentannen und Palmen geben sich die Hand. In der einen Sekunde befindet man sich noch in Voralpen ähnlichem Gebirge und in der anderen bereits an einem subtropischen Strand mit weissem Sand und gigantischem Muschelvorkommen.




Wie die Holländer

14. November 2014

Mit unserem Tourbus heizen wir dem Linksverkehr gewohnten Strassenbelag so ordentlich ein. Es macht riesen Spass, die sich durch die Landschaft schlängelnden, kurvigen Strassen zu befahren. Trotz des sportlich zügigen Fahrstils stauen sich immer wieder die wie Henker fahrenden, einheimischen Fahrzeuge hinter uns. Wir kommen uns vor wie Holländer, denen es etwa gleich ergeht, wenn sie mit ihrem Schneckenhaus einen Schweizer Alpenpass überqueren und von den einheimischen Bauern und Knechten verfolgt werden. Im Gegensatz zum heimischen Strassenverkehr wird die Hupe aber nur dankenderweise eingesetzt, wenn der aufgestauten Kolonne zum Überholen Platz gemacht wird.

Trotz des hohen Fahrspass-Faktors beim Lenken unseres Toyotas ist aufgrund des sehr hochgeschossenen Aufbaus Vorsicht geboten. In engen Kurven droht das Gefährt wegen des hoch liegenden Schwerpunkts fast zu Kippen und bei starken Seitenböen aufgrund der grossen Angriffsfläche von der Strasse zu segeln. Da ist echte Konzentration gefragt, was bei der grandiosen, vorbeiziehenden Landschaft nicht einfach ist. Ob der Bus den guten alten Elchtest bestanden hätte, ist mehr als fraglich. Wir werden sehen.


Wo bleibt denn der Frühling?

16. November 2014

Unversehrt schaffen wir es in zwei Etappen in die Bay of Islands ganz im Norden der Insel. Wie der Name schon sagt, wird die Bucht geziert von vielen kleinen Inseln, die aus dem tiefblauen Meer ragen. Der Blick in die Bucht ist der Hammer. Bei Dunkelheit, sobald die Ebbe die Felsbänke freigegeben hat, waten wir ausgerüstet mit der bereits in Fiji eingekauften Campinglampe und einem Dosenöffner als Meissel-Ersatz durch den schlammigen Grund auf der Suche nach Austern. Die Mühe wird belohnt. Tatsächlich finden wir welche und schaffen es mit unserem primitiven Werkzeug und blossen Händen die harten Schalentiere zu öffnen und in den Genuss von selbst gefundenen, frischen Austern zu kommen. Ein grandioses Erlebnis - kennen wir Austern sonst nur von der Frisch-Theke im Supermarkt.

In Neuseeland ist es bereits Frühling. Zumindest was die langen Tage betrifft - Sonnenuntergang ist erst um ca. neun Uhr. Doch leider richtet sich das Wetter auch hier nicht strikt nach dem Klimadiagramm. Im Vergleich zu den Tropen ist es ziemlich kühl bei Tagestemperatu-ren zwischen 18 bis 23°C – wobei dies im Vergleich zum aktuellen Wetter in der Schweiz eigentlich doch recht warm ist. Des Öfteren ist der Himmel bedeckt und es regnet immer mal wieder. So war das eigentlich nicht geplant. Dafür erweisen sich die während drei Monaten in den Tropen für unsinnig empfundenen und unter starkem schwitzen mitgeschleppten langen Hosen, Pullover und Jacken als äusserst nützlich. Nach langer Flipflop- und Barfuss-Saison ist es nun auch an der Zeit wieder einmal richtige Schuhe zu tragen. Die eigentlich leichten Turnschuhe fühlen sich nach so langer Zeit ohne Schuhe an wie dicke Moonboots. Der plötzliche Klimawechsel und die daher rührenden kühlen Temperaturen wecken das Verlangen abends des Öfteren mal eine schöne Flasche Rotwein zu kredenzen. Diese trägt nicht nur zur guten Stimmung bei, sondern dient gleichzeitig auch als Heizungsersatz in kalten Nächten.



Die Welt ist klein

19. November 2014

Nach bereits mehr als 800 Kilometern und mehreren zurückgelegten Etappen befinden wir uns südöstlich von Auckland auf der Halbinsel von Coromandel. Nach einer Nacht abenteuerlichem Wildcampieren am Cooks Beach, wo einst Captain Cook mit seinem Holzschiff und Holzbein vor Anker ging, führt uns unser Bus (Dauertrinker Bert) in das Örtchen Paihi, welches sich dank seiner eindrücklich weissen Felsformationen in den Reiseführern Neuseelands einen Namen gemacht hat. Noch vor dem Frühstücks-Kaffee, für unsere Verhältnisse bereits früh morgens um neun, begeben wir uns auf eine kurze Wanderung. Da uns hier sowieso niemand kennt, legen wir auch keinen Wert auf unser immer noch verschlafenes Erscheinungsbild.

Mit ungemachter Frisur, notdürftig übergestreiften Kleidern und noch unscharfem Blick schlendern wir einen Waldweg entlang. Zuerst denken wir nur ein bekanntest Gesicht zu erkennen, doch beim Baseldeutsch erwiderten „Jä hallooo“ wird es schnell Gewissheit: Da läuft uns doch tatsächlich eine ehemalige Arbeitskollegin und immer noch gute, leider aus den Augen verlorene Freundin von Evelyn mit ihrem Freund über den kieselsteinigen Weg. So weit sind wir schon gereist und befinden uns am anderen Ende der Welt - das nennt sich Zufall. Das unverhoffte Wiedersehen in der weiten Ferne wird am Abend bei einem Grill mit Wein aus Plastikbechern und Keramiktassen am Strand von Tauranga gebührend gefeiert.


Bereits in Fiji ist uns eine ehemalige Studienkollegin von mir begegnet. Auch dies wurde gebührend mit Wodka und Gebrautem gewürdigt. Und damit noch nicht genug: Ebenfalls in Neuseeland und zwar in einem Thermalpool treffen wir auf eine ehemalige Geschäftspartnerin inklusive Familie aus Bremen. Die Welt scheint ein Dorf zu sein... An dieser Stelle ganz herzliche Grüsse an alle!



Die Erde kocht

20. November 2014

Es hängt ein Geruch von Schwefel in der Luft, als wir dem Zentrum der Nordinsel näher kommen. In der Gegend von Rotorua, einer immer noch aktiven Vulkan-Gegend, wird einem deutlich, welch geballte Kraft unter der Erdkruste brodelt. Diese Kraft tritt hier ans Tageslicht und zeigt sich in Form von dampfenden Gewässern, in giftigen Farbtönen gefärbten Seen, qualmenden Erdlöchern und riesigen, brodelnden Schlammtümpeln, aus denen der kochende Schlamm meterhoch in die Luft spritzt. Eine Kulisse, wie auf einem anderen Planeten. Auch ein Wasser speiender Geysir mit einer 20 Meter hohen, kochend heissen Wasserfontäne lässt uns klar werden, dass wir momentan auf einem Pulverfass campieren.

Ein besonderes Erlebnis bietet ein natürlicher Bach mitten in einem Wald, der nur durch Erdwärme auf satte 40°C aufgeheizt wird. Mit Badehose bzw. Bikini montiert, winkt uns ein dampfendes Thermalbadvergnügen der ganz besonderen Art: Natur pur - ganz ohne Chlor, Bademeister und Fusspilz-Matten. Nur das wieder Aussteigen und mit nassen Badesachen barfuss über den Waldweg zurück zu unserem Bus zu laufen, kostet einiges an Überwindung.




Wer es schön haben will muss frieren 

23. November 2014

Heute zieht es uns in die Berge bzw. rauf ins Vulkan-Gebirge von Whakapapa. Schon bei der Hinfahrt verdunkelt sich der Himmel immer wie mehr. Mit jedem zusätzlichen Höhenmeter wird das Wetter schlechter und die Aussentemperatur empfindlich kälter. Dichter Nebel verhindert die Fernsicht. Auf ca. 1200 Metern über Meer kommen wir bei unserem Nachtlager an – mitten im Nirgendwo und knapp unterhalb der Schneegrenze. Die Landschaft ist kahl und felsig, soweit wir das bei der eingeschränkten Sicht noch erkennen können. Ein Gemisch aus Regen und Wind peitscht uns um die Ohren und unserem Camper Bert um die Rückspiegel. Der fies kalte Wind pfeift durch alle seine spröden Gummidichtungen. Dumm nur, dass Bert nur dann beheizbar ist, wenn wir auf einem Campingplatz stehen und am Strom angeschlossen sind. Und eine Steckdose ist hier oben leider weit und breit keine in Sicht.

Zum Glück haben wir uns am Nachmittag auf Evelyns weisen Rat noch mit warmen Kleidern, wie u.a. Thermosocken, Flies-Jacken und Handschuhen eingedeckt. Denn die mitgereisten und für ausreichend wärmend empfundenen Kleider können der neuseeländischen Kälte nicht trotzen. Nicht einmal mehr der Rotwein hilft beim Aufwärmen. Gerne erinnern wir uns in diesem Moment an die tropisch-schwüle Hitze in Hanoi zurück. Es ist sogar so saumässig kalt, dass wir mit dem Gedanken spielen die Kühlschranktür über Nacht geöffnet zu lassen, damit weniger kalte Luft ins Fahrzeuginnere strömt. Unser Atem gibt sich als Dunstausstoss zu erkennen. Das einzige was ein bisschen Wärme abstrahlt, ist der Laptop-Akku. Dick eingepackt in Faserpelz, Kappe und Handschuhe liegen wir frierend im heftig vom orkanartigen Wind schaukelnden Bus. Es kommt uns vor als liessen eine paar Hooligans gerade ihren Frust über ein verlorenes Fussballspiel an unserem Wagen aus.

Der Wetterbericht hat tatsächlich nicht zu viel versprochen und Wort gehalten. Am Morgen nach der gefühlten Himalaya-Expeditions-Übernachtung ist der Himmel wolkenlos und die Sonne wärmt unsere durchgefrorenen Gliedmassen wieder auf. Die Aussicht auf den schneebedeckten Vulkan entschädigt für die kalte Nacht. ärmt unsere durchgefrorenen Gliedmassen wieder auf. ernachtung Mit einer Sesselliftbahn geht es hoch hinauf bis auf den Gipfel mitten ins Schneegestöber. Vor einigen Stunden waren wir noch an einem Strand am Meer und jetzt bereits auf einem Berggipfel - einfach Wahnsinn! Wir erleiden fast schon einen Geologie-Schock.





Fischers Fritz

25. November 2014

Es war schon immer ein grosser Traum mit einer Fischerrute am Strand zu sitzen und die richtig grossen Dinger aus dem Wasser zu ziehen. Seit Neuseeland als Reiseziel auserkoren wurde, steht angeln ziemlich weit oben auf der to-do-Liste. Bereits nach Ankunft in Auckland sind wir in einem grossen Allerlei-Bedarfsladen fündig geworden. Eigentlich war es nicht ihre Absicht einen Haken ins Wasser zu hängen, doch beim Anblick einer pinken Angelrute kann Evelyn einfach nicht wiederstehen und ist hell begeistert. Mit Shrimps als Köder am Haken stehen wir als absolute Neulinge im Angler-Business auf den Klippen. Fische wollen keine anbeissen aber immerhin zappelt bei jedem von uns ein kleiner Krebs an der Leine. Für den ersten Versuch schon mal nicht schlecht.

Voller Elan und mit einer für Seen obligatorischen und teuren Anglerlizenz starten wir mit entsprechend hohen Erwartungen an die Beissfreude der Fische den zweiten Jagd-Versuch. Diesmal an einem kleinen See neben Rotorua. Obwohl wir die Angelruten gefühlt hunderte Male auswerfen, beisst einfach gar nichts an. Nicht mal ein alter Schuh geht uns ins Netz. Immerhin sind die Fische alle schön satt geworden und haben gut Lachen. Erst als die Dunkelheit einbricht, die Arme und Handgelenke vom andauernden auswerfen schmerzen, geben wir uns für diesen Tag geschlagen. Jetzt ist uns zumindest klar, weshalb Angeln als Sportart gilt.

Nach unzähligen, landschaftlich umwerfenden Kilometern sind wir mittlerweile ganz im Süden der Nordinsel in der Landeshauptstadt Wellington angekommen. Vor der Überfahrt auf die Südinsel steht eine kurze Sightseeing-Tour auf dem Programm. Im Geschäfts- und Bankenviertel sehen wir nach langer Zeit wieder einmal gestresste Menschen mit Anzug und Krawatte und mit einer Takeaway-Tüte in der Hand durch die Strassen eilen. Inmitten der geschäftstüchtigen Menge lassen auch wir uns in einem kleinen Stadtpark ein herrliches Sushi schmecken – ganz ohne Stress und steife Kleidung. Danach geht es mitsamt Bus Bert und all unserem Schnickschnack auf die Fähre und in Richtung Süden. Schiff ahoi!




Was zappelt denn da?

27. November 2014

Nachdem unsere Angelruten für ein paar Tage ruhen und den Frust verdauen mussten, versuchen wir erneut unser Glück. Wir sind guten Mutes, dass uns an diesem Tag der grosse Fang ins Netz bzw. an den Haken geht. Heute wird so richtig geerntet. Die Optimierung unseres Angel-Equipments trägt dann auch Früchte und unser neues Jagd-Revier, der Jachthafen von Picton in der Fjordlandschaft im Norden der Südinsel, erweist sich als äusserst gnädig. Bereits nach wenigen Minuten zappelt der erste Fisch am Haken und bereits wenige Minuten später auch schon der Zweite. Der Bann des fischlosen Fischerdaseins ist endlich gebrochen.

Die Freude ist riesig - zumindest bei uns, nicht aber bei den Fischen. Insgesamt fünf, wenn auch kleine Snapper ziehen wir an diesem strahlenden Tag aus dem hellblauen Salzwasser. Als besondere Zugabe angelt Evelyn einen Seestern aus den Tiefen des Jachthafen-Beckens, dem aber die Begnadigung gegönnt wird. Den armen Fischen hingegen blüht ein anderes Schicksal. Sie bekommen gepflegt eins über die Rübe gebraten, werden ausgeweidet und landen auf dem Grill und anschliessend in unseren hungrigen Mägen – wie auch die selbst gesuchten Miesmuscheln. Es ist ein super Gefühl die Nahrung selbst zu jagen, zu erlegen und über dem Feuer zuzubereiten. Jetzt gehören wir endlich offiziell zum erlauchten Kreis der Fischergilde.